Niederlassung Schwalmstadt Ansprechpartner: Herr Steuerberater Thorsten Wechsel

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Steuerberater

Aktueller Hinweis

Gesetzliche Änderungen 2018

Zum 1. Januar 2018 treten weitere steuerliche Neuregelungen in Kraft, die wir hier in einem kurzen Überblick für Sie noch einmal zusammenfassen.

 

Wertgrenzen für GWG und Sammelposten

Mit dem Gesetz wurden die Wertgrenzen für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern und den Sammelposten erhöht.

Die Wertgrenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern wird von bisher 410 € auf 800 € angehoben.

Die untere Wertgrenze zur Bildung eines Sammelpostens wird von 150 € auf 250 € angehoben.

Die neuen Wertgrenzen sind erstmals bei Wirtschaftsgütern anzuwenden, die nach dem 31.12.2017 angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden.

Auch die Wertgrenze für die getrennte Aufzeichnungspflicht von GWG wurde von 150 € auf 250 € im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes angehoben. Damit können Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von 250 € direkt als Aufwand behandelt werden und müssen nicht mehr auf ein separates GWG bzw. Sammelpostenkonto verbucht werden

 

Hinweis:

Durch die Anhebung der GWG-Grenze hat der Sammelposten an Bedeutung verloren. In den Sammelposten können zukünftig Wirtschaftsgüter deren Wert größer als 250 € ist, aber 1.000 €  nicht übersteigt eingestellt werden. Der Sammelposten ist unabhängig von der tatsächlichen Nutzungsdauer der eingestellten Wirtschaftsgüter erfolgswirksam im Jahr der Bildung und der folgenden 4 Jahre aufzulösen. Entscheidet man sich für den Sammelposten, sind einheitlich alle Wirtschaftsgüter mit einem Wert von mehr als  250 € bis 1.000 € in den Sammelposten einzustellen. Eine GWG-Sofortabschreibung scheidet dann aus. Die Wahl des Sammelpostens macht daher nur noch Sinn, wenn eine Vielzahl von Wirtschaftsgütern im Wert von 800,01 € bis 1000 € angeschafft werden, deren Nutzungsdauer größer als 5 Jahre ist, was eine seltene Ausnahme sein sollte.

 

Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen

Der BFH hatte im November 2016 geurteilt, dass der Sanierungserlass der Finanzverwaltung gegen den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung verstößt. Auf dieses Urteil reagiert die Bundesregierung nun mit einer gesetzlichen Regelung. Zukünftig werden Sanierungsgewinne von Gesetzes wegen von der Steuer befreit.

Als Sanierungsgewinn bezeichnet man Betriebsvermögensmehrungen, die dadurch entstehen, dass Gläubiger mit dem Ziel, den Schuldner zu sanieren, diesem Verbindlichkeiten erlassen. Nach der neuen gesetzlichen Regelung liegt eine unternehmensbezogene Sanierung vor, wenn der Steuerpflichtige für den Zeitpunkt des Schuldenerlasses die Sanierungsbedürftigkeit und die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens, die Sanierungseignung des betrieblich begründeten Schuldenerlasses und die Sanierungsabsicht der Gläubiger nachweist.

Betriebsausgaben, die mit einem steuerfreien Sanierungsertrag im unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, dürfen unabhängig davon, in welchem Veranlagungszeitraum der Sanierungsertrag entsteht, nicht abgezogen werden.

Der Sanierungsertrag mindert zudem die Verlustvorträge des Unternehmens und einen Verlustrücktrag aus dem der Sanierung folgenden Veranlagungszeitraums.

Die Regelung ist auf alle Fälle anzuwenden, in denen die Schulden ganz oder teilweise nach dem 8. Februar 2017 (Tag der Veröffentlichung des Beschlusses des Großen Senats des BFH) erlassen wurden. Sie tritt jedoch erst dann in Kraft, wenn die EU-Kommission festgestellt hat, dass es sich bei der Regelung um keine staatliche Beihilfe handelt, die gegen das EU-Recht verstößt.

 

Hinweis:

Für Steuerfälle, in denen der Schuldenerlass bis zum 8. Februar 2017 ausgesprochen wurde oder in denen bis zu diesem Stichtag eine verbindliche Auskunft erteilt wurde, ist der bisherige Sanierungserlass aus Vertrauensschutzgründen weiterhin anwendbar.

 

Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz

Steuerpflichtige werden nun verpflichtet, Geschäftsbeziehungen zu Personengesellschaften, Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen in Drittstaaten, die sie unmittelbar oder mittelbar beherrschen oder bestimmen können, anzuzeigen.

Weiter müssen Finanzinstitute von ihnen hergestellte oder vermittelte Geschäftsbeziehungen zu Drittstaatengesellschaften anzeigen. In diesem Zuge wird das steuerliche Bankgeheimnis aufgehoben. Weiter wird der automatisierte Kontenabrufverfahren für Besteuerungszwecke erweitert.

Mit dem Gesetz wurden jedoch auch andere für die Praxis relevante Änderungen verabschiedet:

  • Erbschaftsteuerpflicht für Abfindungszahlungen an einen weichenden Erbprätendenten und vergleichbare Abfindungszahlungen.
  • Änderung der Gesetzesregelung zur automatisierten Einreihung in Steuerklassen bei Eheschließung (neu: IV / IV statt III / - bzw. III / V), und damit Beibehaltung der im ELStAM-Verfahren seit 2012 geltenden Übergangsregelung als Dauerregelung.
  • Einführung eines einseitigen Antrags auf Steuerklassenwechsel von III / V zu IV / IV.
  • Zweijährige Gültigkeit des im Faktorverfahren festgelegten Faktors ab dem Veranlagungszeitraum 2019.
  • Kindergeldanträge können ab 2018 nur noch für 6 Monate rückwirkend gestellt werden.

 

Betriebsrentenstärkungsgesetz

Das Gesetz soll die betriebliche Altersvorsorge, auch in kleinen und mittleren Unternehmen, weiter verbreiten. Die Kernpunkte des Gesetzes sind die

  • Erhöhung des steuerfreien Höchstbetrages für Beiträge des Arbeitgebers aus dem ersten Dienstverhältnis an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung auf 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Möglichkeit zur Zahlung von Zusatzleistung bei Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis sowie Nachholen steuerfreier Beiträge bei Unterbrechungen.
  • Förderung von Geringverdienern durch Anrechnung von arbeitgeberfinanzierten Beiträgen auf die Lohnsteuerzahllast.
  • Verpflichtende Weitergabe von eingesparten Sozialversicherungsbeiträgen durch den Arbeitgeber.
  • Verbesserung der Riesterförderung durch Erhöhung der Grundzulage von 154 € auf 175 € sowie der Einführung eines Anrechnungsfreibetrages von 202 € auf die Grundsicherung.

 

Hinweis:

Unsere ausführliche Zusammenfassung zum Betriebsrentenstärkungsgesetz finden Sie in unserer Ausgabe 09/17. Wir beraten Sie hierzu gerne.

Vor 2009 erworbene Fonds werden nun steuerpflichtig!

Zum 1. Januar 2018 tritt das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft. Durch die Reform wird die Besteuerung von in- und ausländischen Fonds grundlegend geändert. Die Investmentfonds müssen dann u.a. inländische Beteiligungseinnahmen und Immobilienerträge versteuern. Alle Investmentfonds werden grundsätzlich jährlich versteuert.

Bei den Anlegern, die in Aktien-, Misch- und Immobilienfonds investiert haben, werden die Investmenterträge wegen der Versteuerung auf der Ebene der Investmentfonds teilweise von der Besteuerung freigestellt (Aktienfonds 30 %; Mischfonds 15 %). Auf den Rest ist dann die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zu zahlen. Die Sparer versteuern zukünftig die Ausschüttungen, die Veräußerungsgewinne und die Vorabpauschalen. Die Vorabpauschalen bilden die ausschüttungsgleichen Erträge ab. Die Bank ermittelt dies für den Anleger und führt die Steuer direkt ab.

 

Altbestände

Als der Gesetzgeber im Jahr 2009 die Abgeltungssteuer einführte, hat er für die damals vorhandenen Fonds einen Bestandsschutz geschaffen. Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren wurden nach einer Haltedauer von 1 Jahr steuerfrei gestellt.

Diesen Bestandsschutz hebt der Gesetzgeber mit der Investmentsteuerreform zum 31. Dezember 2017 auf! Für Fondsanteile, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, werden die Wertzuwächse, die bis zum 31. Dezember 2017 entstanden sind, allerdings nicht besteuert. Erst Wertzuwächse, die ab 2018 entstehen, werden nach den neuen Regeln versteuert, wobei für diese ein Steuerfreibetrag in Höhe von 100.000 € in Anspruch genommen werden kann. Damit wollte der Gesetzgeber sicherlich Kleinanlegern entgegen kommen und die Gesetzesänderung geräuschlos über die Bühne bringen, was ihm offenbar gelungen ist. Bei größeren Depots können die Wertzuwächse der Altbestände aber durchaus den Freibetrag überschreiten, so dass beim Fondsverkauf dann Abgeltungsteuer fällig wird. Verluste werden gegengerechnet.

 

Hinweis:

Es empfiehlt sich aus unserer Sicht jedoch nicht, aus diesem Grund Altfonds vor 2018 zu verkaufen und dann neu anzulegen, denn dann würde der Freibetrag von 100.000 € auf die Wertzuwächse der Altbestände ab 2018 verwirkt. Wir beraten Sie gerne.

Quelle: Investmentsteuerreformgesetz vom 19. Juli 2016, BGBl. 2016 I S. 1730

Achtung: Anhebung der Bodenrichtwerte im Jahr 2018!

Mit Beginn des Jahres 2018 werden die neuen Bodenrichtwerte veröffentlicht. Dies kann Auswirkungen auf die Erbschaft- und Schenkungsteuer bei Immobilien haben. Unbebaute Grundstücke werden nämlich unter Ansatz des aktuellen Bodenrichtwerts vor dem Besteuerungszeitpunkt bewertet. In bebauten Gebieten sind Bodenrichtwerte nach dem Baugesetzbuch mit dem Wert zu ermitteln, der sich ergeben würde, wenn der Boden unbebaut wäre. Die Bodenrichtwerte sind in der Regel jeweils zum Ende jedes zweiten Kalenderjahrs festzulegen. Bestimmte landesrechtlicher Regelung sehen statt der zweijährigen Ermittlung der Bodenrichtwerte einen Ein-Jahreszeitraum vor. Wie in den zurückliegenden Jahren (2016, 2014 etc.) ist damit zu rechnen, dass 2018 erneut erhebliche Steigerungen bei den neuen Bodenrichtwerten zu verzeichnen sind. Das hat insbesondere Bedeutung für die unentgeltliche Übertragung von Immobilien (Schenkung/Erbfall).

 

Beispiel:

Grundstücksgröße: 600 qm.

Bodenrichtwert 2016: 250 €/qm

Bodenrichtwert 2018: 350 €/qm

Es ergibt sich ein höherer Wert von 60.000 €.

 

Auch bei den bebauten Grundstücken gehen die Bodenrichtwerte entsprechend in die Bewertung ein.

 

Hinweis:

In der Regel kann man zwar davon ausgehen, dass bei der Übertragung eines normalen Einfamilienhauses an die Kinder keine Schenkungsteuer entsteht; bei der Übertragung größeren Vermögens und/oder z.B. an die Enkelkinder reichen u.U. die persönlichen Freibeträge nicht aus. Dies gilt insbesondere auch in den Fällen, in denen bereits Vorschenkungen stattgefunden haben. Lassen Sie sich von uns beraten.