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Herr Steuerberater, Dipl. oec. Thomas Meier

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Aktueller Hinweis

Baukindergeld gestartet

Für neue Gebäude, bei denen die Baugenehmigung zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 erteilt worden ist, können seit dem 18. September 2018 bei der KfW Bankengruppe Anträge für Baukindergeld gestellt werden. Gefördert wird der erstmalige Neubau oder Erwerb von Wohneigentum zur Selbstnutzung in Deutschland für Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren und für das im Haushalt eine Kindergeldberechtigung vorliegt.

Gewährt wird das Baukindergeld in Höhe von 1.200 € je Kind und Jahr bis zu einem Haushaltseinkommen von 90.000 € pro Jahr und zusätzlich 15.000 € je weiterem Kind. Es gilt das zu versteuernde Einkommen des Antragstellers und seines Ehe- bzw. Lebenspartners oder des Partners aus eheähnlicher Gemeinschaft im Durchschnitt des vorletzten und vorvorletzten Jahres, also für 2018 zählt das Einkommen 2015 und 2016.

Gezahlt wird 10 Jahre lang, so dass sich insgesamt ein Zuschuss bei einer Familie mit 2 Kindern von insgesamt 24.000 € ergibt. Das Baukindergeld wird rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 gezahlt.

Hinweis:

Anträge können ab dem 18.09.2018 ausschließlich online auf der Homepage der KfW gestellt werden. Nähere Informationen erteilt die KfW unter www.kfw.de.

Einheitliches Format für Kassendaten

Der Deutsche Fachverband für Kassen und Abrechnungssystemtechnik e.V. (DFKA) hat ein neues einheitliches Format für Kassendaten (Taxonomie-Kassendaten) als Datenstandard für Einzelaufzeichnungen und Tagesabschlüsse vorgestellt. Die Taxonomie soll der Allgemeinheit unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Elektronische Kassensysteme müssen von 2020 an über Sicherungseinrichtungen verfügen, die die Transparenz über die darin erfassten Einnahmen erhöhen. Damit diese Regelung effi­zient umgesetzt werden kann, ist eine Daten­standardisierung notwendig, denn erst damit wird eine automatisierte Weiterverarbeitung in elektronischen Kassenbuch-, Archivierungs- und Buchführungssystemen möglich.

Unter Federführung des DFKA haben Kassenhersteller und Anbieter von Finanzsoftware sowie Vertreter des steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufsstands gemeinsam mit Vertretern der Finanzverwaltung dafür ein Klassifikationsschema – eine sogen. Taxonomie-Kassendaten – ausgearbeitet.

Diese gibt nach den Ausführungen des DFKA eine einheitliche Datenstruktur vor und liefert eine fachliche Beschreibung der jeweiligen Datensatzposition. Dadurch sollen sich Kassendaten künftig einheitlich verarbeiten und interpretieren lassen. So würden im Rahmen der Außenprüfung oder der Umsatzsteuer- und Kassennachschau Kasseneinzelbewegungssätze und Tagesabschlüsse zweifelsfrei nachgewiesen werden können. Der Standard unterstütze sowohl die progressive wie auch die retrograde Prüfung zwischen Kasseneinzelbewegungen und Buchungssätzen. Außerdem ermögliche er, alle im jeweiligen System generierten Kassendaten in ein Archivsystem auszulagern und möglichst automatisiert weiterzuverarbeiten.

Hinweis:

Der Fachverband weist daraufhin, dass die DFKA-Taxonomie-Kassendaten seit Anfang August allen Interessierten über die Homepage (www.dfka.net) des Verbands für eine Pilotierung der Datensatzbeschreibung zur Verfügung steht.

Der Arbeitskreis verspricht sich durch die Pilotierung weiterreichende Anregungen von Kassenherstellern und Softwareanbietern für die Finalisierung des Projekts. Die Freigabe des Standards ist für Ende 2018 geplant.

Der Softwarepartner DATEV bietet bereits eine Lösung an, um die Daten von Registrierkassen revisionssicher in der DATEV-Cloud zu speichern. Die Hersteller von Kassensystemen und Kassensoftware können zudem eine ´DATEV connect online´ Schnittstelle integrieren und die Einzelaufzeichnungen direkt von der Registrierkasse aus an das ´DATEV Kassenarchiv online´ übertragen. Einige Kassensysteme bieten diese Schnittstelle bereits an. Zusätzlich bietet die DATEV ein revisionssicheres online-Kassenbuch an.

Eine entsprechende online-Kassenbuchlösung wird zudem von der NLB, dem Softwarepartner für die Landwirtschaft, angeboten. Sprechen Sie uns an, wenn Sie an dem Einsatz solcher Kassenbuchlösungen interessiert sind. 

Quelle: NWB Online-Nachricht vom 13. August 2018, NWB Dok-ID: EAAAG-91523

Tipps für Unternehmer

Der demnächst anstehende Jahreswechsel ist ein optimaler Zeitpunkt, um steuerliche Gestaltungen umzusetzen. Auf betrieblicher Ebene stellt sich die Frage, ob Maßnahmen jetzt in Angriff genommen oder ob sie in das Wirtschaftsjahr 2019 verschoben werden sollten. Gestaltungen auf betrieblicher als auch auf privater Ebene sollten immer das Ziel haben, ein gleichmäßiges Einkommen zu erreichen, die Steuerprogression zu mildern und die Steuerbelastung sowohl für das aktuelle Jahr als auch für die künftigen Jahre zu optimieren. Daneben können auch Steuerstundungseffekte erzielt werden.

 

Tipps für Unternehmer

Grundlage für eine Steuerplanung ist eine    Gewinn- bzw. Ergebnisvorschau (Planungsrechnung). Welche einzelnen bilanzpolitischen Maßnahmen zu ergreifen sind, hängt davon ab, ob der Betrieb sich in einer Gewinn- oder Verlustsituation befindet.

Hinweis:

Wir erstellen für Sie kurzfristig eine Gewinn- bzw. Ergebnisvorausschau bis zum 31. Dezember 2018.

 

Abschreibungen gezielt einsetzen

Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens werden zu Lasten des Gewinns abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt linear, d.h. die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden gleichmäßig über die Nutzungsdauer hinweg abgeschrieben.

Die Abschreibung beginnt mit der Anschaffung (Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Lasten) bzw. mit der Herstellung (Fertigstellung) des Wirtschaftsgutes und erfolgt „pro-rata-temporis“, d.h. monatsgenau.

Hinweis:

Wer noch im alten Wirtschaftsjahr ohnehin anstehende Investitionen durchführt, kann zumindest zeitanteilig die Abschreibung gewinnmindernd geltend machen.

Für kleine und mittelgroße Unternehmen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, durch Sonderabschreibungen den Gewinn zu mindern. Die Sonderabschreibung beträgt 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und kann im Jahr der Investition vollständig abgezogen oder auf das Jahr der Investition und die folgenden vier Jahre frei verteilt werden und so den Gewinn über mehrere Jahre hinweg glätten. Sie ist eine Jahresabschreibung und kann neben der regulären AfA abgezogen werden

Hinweis:

Durch vorgezogene Investitionen kann mittels Sonderabschreibung der Gewinn erheblich geschmälert werden.

Eine solche Sonderabschreibung ist für alle neuen oder gebrauchten beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zulässig, sofern diese im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung und im nächsten Wirtschaftsjahr zu mindestens 90 % im Betrieb des Steuerpflichtigen genutzt werden. Nur kleine und mittlere Betriebe dürfen die Sonderabschreibung nutzen. Damit ein Unternehmen als klein oder mittelgroß gilt, muss es folgende Betriebsgrößen am Ende des Wirtschaftsjahres vor der Investition erfüllen:

  • Der Vorjahresgewinn von Betrieben und Freiberuflern, die ihren Gewinn durch Einnahme-Überschussrechnung ermitteln, darf nicht über 100.000 € liegen.
  • Das Betriebsvermögen bilanzierender Unternehmen darf am Ende des vorherigen Wirtschaftsjahres 235.000 € nicht übersteigen.
  • Bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft gilt schließlich als Grenze ein (Ersatz-) Wirtschaftswert von 125.000 €. Den Ersatzwirtschaftswert müssen Betriebe in den neuen Bundesländern beachten, allerdings nur den Anteil, der auf die Eigentumsflächen entfällt.

Hinweis:

Bilanzierende Betriebe können die Betriebsvermögensgrenze beeinflussen, z.B. durch Entnahmen oder die zielgerichtete Ausgliederung von Wirtschaftsgütern. Freiberufler können einen Wechsel der Gewinnermittlungsart in Betracht ziehen. Wechselwirkungen oder Übergangsgewinne sind jedoch zu beachten. Wie beraten Sie gerne!

 

Abschreibungspotenzial gibt es auch durch geringwertige Wirtschaftsgüter, die bis zu einem Wert von 800 € sofort abgesetzt werden können. Dadurch kann deren vorgezogene Anschaffung das steuerliche Ergebnis mindern. Von der Sofortabschreibung profitieren alle beweglichen abnutzbaren Anlagegüter, die einer selbstständigen Nutzung und Bewertung fähig sind. Alternativ zur 800 €-Regel gibt es auch die sog. Poolabschreibung. Dabei werden sämtliche Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten netto mehr als 250 € aber nicht mehr als 1.000 € betragen, in einen jährlichen Sammelposten eingestellt. Dieser ist pro Jahr um ein Fünftel aufzulösen. Der Unternehmer muss sich im Wirtschaftsjahr einheitlich entweder für die Sofortabschreibung oder für die Poolabschreibung entscheiden.

Hinweis:

Bei Anschaffungen unter 250 € können die Anschaffungskosten als sofort abziehbarer Aufwand erfasst werden, eine gesonderte Verbuchung muss nicht erfolgen. Ab 250 € muss eine gesonderte Buchung als GWG oder Sammelposten erfolgen oder die Wirtschaftsgüter müssen in einem gesondert geführten, laufenden Verzeichnis erfasst werden.

 

Investitionsabzugsbetrag

Ein erhebliches Gewinnminderungspotenzial bietet der Investitionsabzugsbetrag. Wer in den nächsten drei Wirtschaftsjahren in bewegliches abnutzbares Anlagevermögen investieren will, kann in Höhe von 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten einen Investitionsabzugsbetrag gewinnmindernd abziehen. Es gelten die gleichen Vorrausetzungen und Größenmerkmale wie bei der Sonderabschreibung. Diese müssen im Jahr des Abzugs erfüllt werden.

Hinweis:

Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages ist, dass die Summe der Abzugsbeträge bzw. der hinzugerechneten oder rückgängig gemachten Beträge nach amtlich vorgeschriebenen Datensätzen durch Datenfernübertragung übermittelt wird.

Der Investitionsabzugsbetrag pro Betrieb ist der Höhe nach auf insgesamt 200.000 € begrenzt.

Wird schließlich investiert, können in Anspruch genommene Investitionsabzugsbeträge gewinnerhöhend hinzugerechnet werden. Allerdings kann die Hinzurechnung vollständig kompensiert werden, indem im gleichen Wirtschaftsjahr eine betragsgleiche Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufwandswirksam vorgenommen wird.

Eine konkrete Investitionsabsicht wird nicht verlangt. Wird allerdings nicht investiert, muss der Investitionsabzugsbetrag im Jahr seines Abzugs rückgängig gemacht werden. Der Steuerbescheid des Abzugsjahres wird geändert. Es fallen u.U. Zinsen an.

 

Bewertung des vorhandenen Vermögens

Für Wirtschaftsgüter, die nicht planmäßig abgeschrieben werden dürfen, kommt eine Teilwertabschreibung in Betracht. Das betrifft vor allem unbebaute Grundstücke und Wertpapiere. Voraussetzung ist eine dauerhafte Wertminderung. Es sollte zum Ende eines jeden Wirtschaftsjahres geprüft werden, ob dauerhafte Wertminderungen vorliegen.

Für die Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens kann von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ausgegangen werden, wenn der Wert des jeweiligen Wirtschaftsguts zum Bilanzstichtag mindestens für die halbe Restnutzungsdauer unter dem planmäßigen Restbuchwert liegt.

... Ende der Leseprobe !

Hofabgabeklausel verfassungswidrig!

Das Bundesverfassungsgericht hat die sogenannte Hofabgabeklausel in zwei Verfahren gekippt. Nach dem Gesetz zur Alterssicherung der Landwirte (ALG) hat der Landwirt nur dann einen Anspruch auf Rente, wenn er sein landwirtschaftliches Unternehmen abgibt. Das ALG beinhaltet keine Härtefallregelung z.B. für den Fall, wenn der abgabewillige Landwirt keinen Hofnachfolger findet.

Die Koppelung einer Altersrente an die Abgabe eines landwirtschaftlichen Hofs greife faktisch in die Eigentumsfreiheit des Grundgesetzes ein, so die Richter am Bundesverfassungsgericht. Die Pflicht zur Hofabgabe werde verfassungswidrig, wenn diese in unzumutbarer Weise Einkünfte entziehe, die zur Ergänzung einer Rente notwendig seien. Die Gewährung einer Rente an den einen Ehepartner dürfe nicht von der Entscheidung des anderen Ehepartners über die Abgabe des Hofs abhängig gemacht werden.

Der eine Kläger war Landwirt, die andere Klägerin war zwar selbst keine Landwirtin, sie galt jedoch als Ehegatte eines Landwirts nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte und war deshalb pflichtversichert und Inhaberin eines von der Hofabgabe abhängigen Rentenanspruchs. Beide Fälle betrafen die Frage, ob die Hofabgabe als Voraussetzung eines Rentenanspruchs mit der Verfassung vereinbar ist.

Zur Umsetzung dieses Urteils herrscht nun große Unsicherheit. Die landwirtschaftliche Sozialversicherung hat sich mit dem Bundesversicherungsamt abgestimmt. Da eine gesetzliche Grundlage für die Bewilligung von Altersrenten fehle, soll nach den uns vorliegenden Informationen seitens der SVLFG wie folgt vorgegangen werden:

  • Entscheidungen über Altersrentenanträge können nicht getroffen werden.
  • Renten wegen Erwerbsminderung und Witwen-/Witwerrenten sind von dem Beschluss nicht betroffen, d.h. hier ist vorerst noch die Hofabgabe notwendig.
  • Bestandskräftige Entscheidungen sind von dem Beschluss nicht betroffen.

Hinweis:

Es wird jedoch empfohlen, weiterhin Rentenanträge zu stellen. Die Renten würden ggf. rückwirkend gezahlt. Rentenbezieher, die zusätzliche Flächen (ab der Mindestgröße) bewirtschaften möchten, sollten eine Neuregelung abwarten, um nicht ein Ruhen der Rente zu riskieren.

Wann und wie es nun weitergeht und eine gesetzliche Neuregelung getroffen wird, ist offen. Ein unhaltbarer Zustand! Der Gesetzgeber ist dringend gefordert, hier tätig zu werden. Ob die Hofabgabeklausel komplett fällt oder es nur eine Härtefallklausel gibt, bleibt abzuwarten.

Quelle: BVerfG-Beschluss vom 23. Mai 2018, 1 BvR 97/14, 1 BvR 2392/14, www.bundesverfassungsgericht.de, Pressedienst der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau vom 5. September 2018, Informationen der SVLFG, http://www.svlfg.de/20-aktuell/akt02_news/akt02_2018/akt02_2018_052/index.html