Niederlassung Wetzlar Ansprechpartnerin: Frau Steuerberaterin Annett Falke

Charlotte-Bamberg-Str. 6
35578 Wetzlar
Deutschland

Telefon (0 64 41) 91 00 - 0
Telefax (0 64 41) 91 00 - 91
E-Mail

Steuerberater

Top Steuerberater

Aktueller Hinweis

Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben

Für einige Gewerbezweige, in denen regelmäßig Waren zum privaten Verzehr entnommen werden, veröffentlicht das Bundesfinanzministerium Pauschbeträge, die anstelle einzeln aufgezeichneter Entnahmen als ertrags- und umsatzsteuerliche unentgeltliche Wertabgabe angesetzt werden können. Kürzlich hat das BMF die Werte für 2019 bekanntgegeben.

Der jeweilige Pauschbetrag stellt einen Jahreswert für eine Person dar. Für Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr entfällt der Ansatz eines Pauschbetrages. Bis zum vollendeten 12. Lebensjahr ist die Hälfte des jeweiligen Wertes anzusetzen. Tabakwaren sind in den Pauschbeträgen nicht enthalten. Soweit diese entnommen werden, sind die Pauschbeträge entsprechend zu erhöhen (Schätzung).

 

Gewerbezweig

Jahreswert für eine Person ­ohne Umsatzsteuer

ermäßigter

Steuersatz

voller

Steuersatz

insgesamt

Bäckerei

1.211

404

1.615

Fleischerei/Metzgerei

886

860

1.746

Gaststätten aller Art

a) mit Abgabe von kalten Speisen

1.120

1.081

2.201

b) mit Abgabe von kalten und warmen Speisen

1.680

1.758

3.438

Getränkeeinzelhandel

105

300

405

Café und Konditorei

1.172

638

1.810

Milch, Milcherzeugnisse, Fettwaren und Eier (Eh.)

586

79

665

Nahrungs- und Genussmittel (Eh.)

1.133

678

1.811

Obst, Gemüse, Südfrüchte und Kartoffeln (Eh.)

274

235

509

 

Hinweis:

Die Pauschbeträge dienen der Vereinfachung und lassen keine Zu- und Abschläge zur Anpassung an die individuellen Verhältnisse (z.B. individuelle persönliche Ess- oder Trinkgewohnheiten, Krankheit oder Urlaub) zu. Wenn von den Pauschbeträgen abgewichen werden soll, müssen Einzelaufzeichnungen der Entnahme gemacht werden.

Quelle: BMF-Schreiben vom 12. Dezember 2018, IV A 4 - S 1547/13/10001-06, DOK 2018/1002564, DStR 2018 S. 2701.

Sachbezugswert für Zuschüsse zu Mahlzeiten

Die Finanzverwaltung hat mit einem aktuellen BMF-Schreiben die Regelungen in den Lohnsteuer-Richtlinien zu Kantinenmahlzeiten und Papieressensmarken (Essensgutscheine, Restau­rantschecks) bei arbeitstäglichen Zuschüssen zu Mahlzeiten neugefasst.

Dabei gilt beim Ansatz des amtlichen Sachbezugswertes Folgendes:

Bestehen die Leistungen des Arbeitgebers in einem arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeitsrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarten Anspruch des Arbeitnehmers auf arbeitstägliche Zuschüsse zu Mahlzeiten, ist als Arbeitslohn nicht der Zuschuss, sondern die Mahlzeit des Arbeitnehmers mit dem maßgebenden amtlichen Sachbezugswert anzusetzen, wenn sichergestellt ist, dass

  • tatsächlich arbeitstäglich eine Mahlzeit (Frühstück, Mittag- oder Abendessen) durch den Arbeitnehmer erworben wird. Lebensmittel sind nur dann als Mahlzeit anzu­erkennen, wenn sie zum unmittelbaren Verzehr geeignet oder zum Verbrauch während der Essenpausen bestimmt sind,
  • für jede Mahlzeit lediglich ein Zuschuss arbeitstäglich (ohne Krankheits- oder Urlaubstage etc.) beansprucht werden kann,
  • der Zuschuss den amtlichen Sachbezugswert der Mahlzeit um nicht mehr als 3,10 € übersteigt,
  • der Zuschuss den tatsächlichen Preis der Mahlzeit nicht übersteigt und
  • der Zuschuss nicht von Arbeitnehmern beansprucht werden kann, die eine Auswärtstätigkeit ausüben, bei der die ersten drei Monate noch nicht abgelaufen sind.

Dies soll nach dem Schreiben auch dann gelten, wenn keine vertraglichen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und dem Unternehmen (Gaststätte oder vergleichbarer Einrichtung), das die bezuschusste Mahlzeit abgibt, bestehen. Der Arbeitgeber hat dabei die genannten Voraussetzungen nachzuweisen und die Belege bzw. die Abrechnung zum Lohnkonto aufzubewahren.

Weiter nimmt das BMF in seinem Schreiben Stellung zu folgenden Themen:

  • Pauschalierung der Lohnsteuer
  • arbeitstägliche Zuschüsse zu Mahlzeiten für Home-Office-Mitarbeiter und für Teilzeitkräfte
  • Einzelkauf von Bestandteilen einer Mahlzeit sowie
  • Erwerb auf Vorrat

Hinweis:

Das Schreiben ersetzt das BMF-Schreiben aus dem Jahre 2016 und ist in allen offenen Fällen anzuwenden.

Unternehmen sollten ihre „Essenmarkenpraxis“ prüfen, ob diese den Ansprüchen der Finanzverwaltung genügt. Wir beraten Sie gerne.

Quelle: BMF-Schreiben vom 18. Januar 2019, IV C 5 - S 2334/08/10006-01.